Heute schon getrailt?

Heute schon getrailt?

Es ist Zeit, sich vom Nationalpark zu verabschieden. Es geht diesmal nach Twillingate , dem nördlichsten Ziel unserer Reise. 

Unterwegs machen wir einen kleinen Abstecher zwecks Weiterbildung. Ein Lachs-Informationszentrum an einem beinahe lachsverdächtigen Fluss.

Aber es ist mehr als nur eine Ansammlung von informationstafeln. Nein, hier gibt es wirkliich Lachse. Um ehrlich zu sein, deren Ahnen haben dieses Gewässer nie erschwonnen, denn selbst ein  Lachs hat seine Grenzen.

Deshalb wurden hier Lachstreppen gebaut.

Dann hat man ein paar Lachse probehalber im Fluss angesiedelt und siehe da: Die Treppen haben ihnen so gut gefallen, dass sie sich wie wild vermehrt haben und nun die Zusachauer mit ihren Kunststücken begeistern. Ja, wir geben zu: Den Sprung mit der Kamera abzufangen, ist ein Kunststück für sich, den einer von uns vollbracht hat. Denkt euch noch den gnadenlosen Wasserfall , das Zappeln des Fischs und seine platschende Landung im höheren Becken dazu. Dann habt ihr unser Erlebnis in echt. Ein Bär noch dazu hätte das Bild natürlich abgerundet, aber der war gerade in der Kaffeepause.

Wir geben zu. Im trüben Wasser des obersten Beckens haben sie eine täuschende Ähnlichkeit mit den Fischen im Aquarium des Basler Zoos…

Die Bebbin gibt zu: Sie mag Lachs – insbesondere auf ihrem Teller. Aber an jenem Abend verzichtet sie vorübergehend auf dieses verlockende Angebot und bestellt sich Penne – mit Meeresfrüchten. Ist ja ganz was anderes.

Was man in Twillingate so unternehmen kann? Wandern, natürlich. 

Zum Aufwärmen fahren wir mit dem Auto hoch zu einem Leuchtturm. Ganz unverfänglich. Es stehen nur zwei Reisebusse da, wir sind also fast alleine. Zum Glück sind die Fahrgäste weit über 70 und machen uns die Tramelpfade um den Leuchtturm herum nicht streitig.

Wir geben auch unumwunden zu: Diese Trampelpfade entsprechen nicht ganz unseren Anforderungen. Es fehlen für den einen ein solides Geländer, für den anderen strategisch verteilte Sitzbänke, für die dritte die Nähe zu den Wellen und für die beiden anderen ist es nicht abenteuerlich genug.

Also lassen wir die Wellen unter uns schäumen und blasen zum geordneten Rückzug ins Landesinnere. 

Dort erwartet uns ein gemütlicher, aber umso heisser Aufstieg durch einen märchenhaften Wald.

Natürlich von einem Lookout zum anderen – ihr wisst Bescheid.

Am höchstgelegenen Lookout treffen wir auf einen netten Kanadier aus New Brunswick. Ihr erinnert euch vielleicht: Das Land der Mücken, welches die Bebbin und der Meenzer vor drei Jahren irrtümlich besucht hatten. Der Kanadier kam ebenfalls gerade vom Gros Morne. Auch er hatte keinen Meister Petz angetroffen. Aber: Einen waschechten, etwa fünfjährigen Elchbullen, selber gefilmt. Insgeheim waren wir froh, dass uns eine solche Begegnung erspart geblieben war. Unsere Kühe haben wenigstens nichts auf dem Kopf, das als Waffe durchgehen könnte.

Dank diesem netten Kanadier schaffen wir es für ein Mal alle gleichzeitig aufs Bild und können beweisen: Wir haben unseren täglichen Trail gehabt.

 

 

 

 

 

 

 

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