Forschungsdrang

Forschungsdrang

Heute ist ein perfekter Tag, um unseren Forschungsradius etwas zu erweitern. Wir haben soeben die Celebrity Cruises verabschiedet und wieder freien panoramischen Blick auf den Hafen. Tief hängen die Wolken über den Hügel jenseits des Beckens, aber als erfahrene Neufundland-Touris wissen wir: Das hat nichts zu bedeuten.

Der Meenzer zückt den einzigen Reiseführer, der sich nicht über ganz Kanada auslässt, sondern nur über ganz Neufundland und Labrador zusammen. Übrigens ist uns noch keiner dieser Hunde begegnet. Sondern nur ein amerikanischer Schlittenhund mit typisch amerikanischen Massen.

 

Aber zuerst geht es zum Frühstück. Ausser Haus, denn Inhouse hat den Charme eines Take Aways.

Das Bagels Café aber … Sollte sich jemand unter euch Leserinnen und Leser mal hierher verirren, dann legen wir euch dieses Café wärmstens ans Herz.

 

Es geht also zum Ocean Sciences Centre, wo das Verhalten von Seesternen, Seegurken und Krebsen in Kontakten zur menschlichen Rasse intensiv untersucht wird. Patschen erlaubt, wenn man vor dem eisigen Wasser nicht zurückschreckt. Aber das tun die Dreikäsehochs um uns nicht. Die Bebbin hingegen ziert sich etwas. Tippt vorsichtig einen raubeinigen Seestern an, ohne sichtbaren Erfolg. Eine Seegurke, weich und samtig und so reglos wie ihr steiniger Untergrund.

Die Population von ganzen zwei Robben, Vater (32) und Sohn (20), zieht die Leute eindeutig mehr an, als das Selbsterfahrungs-Becken. Aus eigener antarktischer Erfahrung weiss die Bebbin: Robben sind keine Kuscheltiere, auch wenn sie sich für ein paar Fische zu ein paar Verrenkungen überlisten lassen.

Danach ringt sich die Bebbin doch dazu durch, ihre Komfortzone kurzfristig zu verlassen. Ihr schaudert grundsätzlich vor allem, was mehr als vier Beine hat. Aber unter dem amüsierten Blick des Meenzers lässt sie sich einen kleinen Krebs aushändigen. Und als er mit seinem spinnenartigen Bein nach ihr greift … Sein Sturz, ohne Sicherungsseil, ist kurz und hoffentlich schmerzlos. Die Tierforscherin grinst, der Meenzer auch.

Die Bebbin hebt das Kinn. Sie hat es wenigstens getan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.