Erste Eindrücke

Erste Eindrücke

Was jeder Reisende mal lernt: Es ist nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat.

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach 24 Stunden auf den Beinen – oder besser gesagt auf unseren Allerwertesten – sind wir endlich da, wo wir sein wollten.

Zwei Stunden Verspätung in Kloten, was unser Vertrauen in Air Canada etwas ins Wanken brachte, acht Stunden nach Toronto, dann den Anschlussflug verpasst und eine Stunde Wartezeit, noch läppische zwei Stunden Flug – zurück in Zeit und Raum – von Toronto nach Halifax und schliesslich kaum nennenswerte 40 km in die Stadt hinein. Als wir um 21 Uhr Ortszeit endlich zum Abendessen gehen können, ist es in Basel gerade zwei Uhr morgens …

Aber nun zu Eurer Frage: Und, wie ist es hier??

Hier unsere ersten Eindrücke in drei Worten zusammengefasst: Wasser, Wald und Wind!

Wir sind von Wasser umzingelt. Ob Fluss, Tümpel oder Meeresarm kann die unkundige Bebbin nicht immer unterscheiden und da der Meenzer sich auf die eine holprige Spur eines kanadischen Highways konzentrieren muss, hat er für diese Fragen auch keine Antwort. Klar ist aber: Das Wasser kommt nicht nur von unten, sondern auch von oben und mit Letzterem sind wir schon recht vertraut. Es ist schottisches Wetter!

Schottisch ist auch der Wachwechsel auf der Zitadelle von Halifax. Hoo rechts! Hoo vor! Hoo links und rück und weg ist der Mann im Kilt.

Wachwechsel auf der Zitadelle von Halifax

Dafür schiesst ein anderer für uns am Magazin vorbei, wo früher Tonnen von Schwarzpulver gelagert wurden. Als wir zwischen den Fässern stehen, versichert uns der Guide, dass die Fässer schon länger leer stehen würden. Wir glauben ihm gern. Das vorerst die einzigen Hinweise auf Nova Scotias Vergangenheit.

Aber zurück zum Wasser. Es gibt noch das Meer! Mal gekräuselt in sanften Buchten, in denen Segelboote schaukeln, mal schäumend an den von Gletschern glatt geschliffenen Felsen von Peggys Cove. Was für ein Anblick! Nicht zu reden von den Tausenden von Touristen, die in feierlicher Prozession wie Pinguine um den weiss-roten Leuchtturm watscheln.

„Menschenleeres“ Kanada bei Peggys Cove
Es muss auch Fischer in Peggys Cove geben

Doch Nova Scotia hat mehr als nur Wasser zu bieten. Kilometerweit erstreckt sich der Wald, Tannen dicht gedrängt wie die Wolken am heutigen Himmel, mal säumen sie den Highway, mal breiten sie von der Strassenkuppe aus einen dunklen Teppich zu unseren Füssen aus. Sofort fällt dem Bebbi ein: Bären! Aber diese Illusion wurde ihm bereits im Flug von Toronto nach Halifax geraubt. Wie die Sitznachbarin, seit 20 Jahren in Nova Scotia, versicherte, ist das Wildlife sehr zahm. Die Bären mögen den sommerlichen Touristenrummel nicht und ziehen sich ganz tief in den Wald zurück, dorthin wo die wanderfaule Bebbin nie und nimmer kommen wird. Zu sehen gibt es also vielleicht Hirsche, Möwen, Vögel und besonders viele Kanadier.

Nicht sehen, aber umso mehr spüren kann man ihn: Den Wind. In Böen rüttelt er an den Bäumen und peitscht uns den Regen ins Gesicht. Unter ihm krönt sich das Meer weiss und wir finden Zuflucht in einem dunkel getäfelten Restaurant mit schottischem Teppichboden und grosser Fensterfront zum Hafen von Lunenburg (Kanada), wo uns die Suppe mit Fisch und Meeresfrüchten die klammen Glieder wärmt.

Fischrestaurant mit Museum in Lunenburg
Lunenburg „Weltkulturerbe“

Von Lunenburg geht es über West-Berlin, Italy Cross und Liverpool zu unserer heutigen Unterkunft. Einem monströsen Familien-Ferienresort! Die Strasse führt genau durch den Golfplatz hindurch und im Auto ziehen wir unwillkürlich die Köpfe ein. Aber von unserem Bungalow aus können wir einen Blick aufs Wasser – Pardon Meer – erhaschen und einen zweiten auf ein vorbeihuschendes Eichhörnchen.

Viel sympathischer als sein brummender touristenfeindlicher Geselle, findet Ihr nicht auch?

Eure Bebbi und Meenzer

P..S. zum Thema Adapter: Typ B, ganz klar.

Ein Gedanke zu „Erste Eindrücke

  1. Die Bilder der Ortschaft erinnern ein wenig a typische Nordamerikanische Kleinstadtserien, in denen „Onkel Guber“ der Sherriff ist und die drei alten griesgrämigen Rentner auf der Bank vor den Gemischtwarenladen sitzen und über Gott und die Welt philosophieren.

    Es ist schade, dass sich bei der Wachablösung nicht der Meenzer in original Axtwerfer-Uniform dazugesellt hat… Wäre ein klasse Motiv gewesen… 😉

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