Von Foss zu Foss

Von Foss zu Foss

Heute ist Foss-Tag. Ganz gemütlich rauscht der Seljalandsfoss 66 Meter von der ehemaligen Küstenlinie herunter. Dies genügt uns aber nicht. Wir wollen hinter den Kulissen blicken.

Der Weg hinter der Wasserwand aber, ist ganz und gar nicht gemütlich. Von den Japanern abgesehen, sind da die glitschigen Steine, die nicht weniger rutschige Erde, der steile Pfad hinauf und ganz besonders wieder hinunter. Kein Geländer, nicht einmal ein bloßes Seil, an das man sich in letzter Not hängen könnte. Das Herz rast nicht nur vom steilen Aufstieg.

«Ich will zurück!», jammert die Bebbin, die Augen nass. Aber hinten drängen die Japaner.

«Einbahnstraße, Schatz. Da musst du durch. Das schaffst du.» Der Meenzer tut optimistisch, aber auch er ist ein bisschen blass um die Nase. Abgründe sind nicht ganz sein Ding.

Die Sonne lacht aus einem wolkenlosen Himmel und so sind wir bei den sommerlichen isländischen Temperaturen von 14°C rasch wieder trocken. Ein kurzer Spaziergang am Fuß der Felswand führt uns zum zweiten Foss, dem Gljufurarfoss. Ein Juwel in einer nach oben offenen Höhle, aus welcher ein Bergbach plätschert.

Unser Meenzer, der Mutige. wagt sich durch einen Bach hindurch in die Höhle , aber die Bebbin, vom vorangegangenen Erlebnis noch ganz traumatisiert, knipst feige von außen.

«Das war ganz leicht, hättest du auch geschafft, Schatz.»

«Sicher. Mit nassen Füssen? Und hast du etwa einen batteriebetriebenen Föhn dabei?», giftet die Bebbin. Ein bisschen bereut sie es. Aber das würde sie niemals zugeben.

Manchmal lohnt es sich eben, etwas mehr Mut zu haben …

Danach gibt’s eine kleine Pause von den Wasserfällen und einen Einblick in das innere und manchmal auch nach außen gekehrte Leben des Unaussprechlichen: Der Eyjafjallajökull. Ein Film veranschaulicht uns, was im April 2010 dort geschah, wo wir uns gerade befinden. Der Berg mit seiner weißen Kappe scheint so harmlos. Zu seinen Füssen liegen Ackerland und einer der Höfe, die sich aus der Asche herausschaufeln mussten. Sicher muss sich der Berg noch ein bisschen von seinem Ausbruch erholen, bis er wieder einen gewissen Druck verspürt … Hoffen wir zumindest.

Als Letztes geht’s zum Skogafoss. Ein Vorhang aus Gischt schwebt uns entgegen. Aus 60 Metern Höhe stürzt auch er sich über die ehemalige Küstenlinie in ein gemächliches Flüsschen und schickt uns zum Gruß einen Regenbogen.

Wir nehmen die läppischen 257 Stufen unter die Füsse, nicht ganz zum Spaß, aber umso mehr für die Kondition und ganz besonders für die schwindelerregende Aussicht von der vergitterten Plattform aus auf den Foss – näher geht nicht! – und die Ebene, durch die eine Kuhherde im Gänsemarsch wie Kamele durch die Wüste zieht.

 

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