Einreisefieber

Einreisefieber

Jetzt, da wir mit beiden Füssen sicher auf dem neu gefundenen Land stehen, dürfen wir es Euch verraten. Hätten wir es gewusst, wären wir vielleicht zuhause geblieben. Ein kleiner Abstecher in die Romandie – Ihr wisst ja – oder mal ein Besuch in die alte Heimat des Meenzers: Das wäre ein Spaziergang im Vergleich zum kanadischen Hürdenlauf zu Zeiten von Corona gewesen.

Sie nehmen es ernst. So ernst, dass die Einreise zur Zitterpartie wird. Besonders, wenn man, wie die Bebbin, sich mit positivem Denken manchmal etwas schwertut. Was, wenn ihr von der Klimaanlage im Flugzeug die Nase läuft? Wenn die übermüdeten Augen des Meenzers einen von den Beamten missverstandenen Glanz bekommen? Einer von uns wie von der Einreisebehörde angedroht zufällig zum Test gebeten wird und versagt!

Ihr habt Glück und wir auch. Der Zufall wollte uns nicht. Wir zeigen hier ein Zertifikat, dort das wahrheitsgetreu ausgefüllte Selbstdeklarationsformular, tausend Mal den Pass und die Boardingkarten. Dass wir unsere Identitäten von einer Kontrollstelle zur anderen und von einem endlosen Gang zum anderen nicht geändert haben und auch das Reiseziel dasselbe bleibt, interessiert sie wenig.

Das Selfie am Selbstverzollungsautomaten, ausnahmsweise ohne Maske, gefiel der Zollbeamtin. Für den Joghurt-Getreideriegel tierischen Ursprungs der Bebbin hatte sie nur ein müdes Lächeln übrig und die Doppelaxt des Meenzers war kein Schmetterlingsmesser und benutzt ohnehin jeder anständige Kanadier.

Also: alles paletti. Um vier Uhr mitteleuropäische Zeit fallen wir in St. John’s endlich in unser Kingsize-Bett mit Panoramablick auf den Hafen – oder das, was am Morgen nach überdimensioniertem Besuch noch davon übrigbleibt.

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