Kyoto – ehemalige Kaiserstadt

Kyoto – ehemalige Kaiserstadt

Wer Kyoto sagt, sagt natürlich auch Kaiserstadt. Doch kann man den ehemaligen Kaiserpalast nicht besichtigen. Dafür gibt es den prachtvollen Palast des ersten Shoguns aus der Edo-Zeit, 1603 erbaut.

Wir können euch nur sagen: Die Bebbin könnte sich vorstellen, in diesem Häuschen zu wohnen. Prächtige Löwen und Tiger verzieren die einen Räume, und dass die Japaner damals keine Ahnung von diesen Tieren hatten, tut den Malereien keinen Abbruch. Dann herrlich knorrige Kiefern und Gänse, die echter nicht aussehen könnten. Doch das Lustigste am Ganzen sind die sogenannten Nachtigallen-Holzböden. Statt einer Fussbodenheizung befinden sich unter den Böden Seile, die an Ösen befestigt sind. Jeder Schritt erzeugt ein knirschend-zwitscherndes Geräusch. Da konnte niemand ungebeten bis zum Shogun vordringen und ihn abmurksen. Ein Nachtigallenboden würde der Bebbin auch gefallen. Als Ergänzung zur Zwitscherbox im Badezimmer.

Leider durften wir wieder mal nicht fotografieren, obwohl es dort wenigestens trocken gewesen wäre. 

Paläste haben natürlich ihren Reiz, doch viel besser ist für die Bebbin der Bahnhof. Dieser wurde 1997 eröffnet und ist für europäische Augen kaum zu fassen. Mehrstöckig, wie ein einziges Shopping-Center mit Kunstmuseum-Aspekten, hat er vom Bahnhof nur den Namen und in der Nähe der Gleise den Geruch. Aber lassen wir doch ein paar Bilder sprechen.

Ihr werdet uns zustimmen, dass selbst der Zürcher Hauptbahnhof daneben einfach nur provinziell wirkt. Und wenn wir schon da sind, dann nehmen wir auch ein bisschen Aussicht dazu. Schliesslich ist man nicht alle Tage hier.

Doch haben wir selbst bei unserem Aufenthalt in Kyoto ein Programm. Ausflug zu … einem Tempel. Wir trotzen den Himmelsschleusen – Petrus hat an diesem Tag vergessen, sie zu schliessen – und nehmen dennoch den Spaziergang auf uns.

Doch viel grandioser ist natürlich dieser da. Was die Japaner sich nicht alles einfallen lassen. Nach dem riesigen Eingangstor und den unzähligen Stufen, geht es kurvenreich hinauf – durch ein Tunnel aus Toren. Jedes Tor ist eine Spende. Und natürlich hat sich der Spender dort auch verewigen lassen: mit seinem Namen.

Wie dieser Spender heisst, kann die Bebbin noch nicht entziffern, aber bestimmt hat er sich dadurch einen direkten Weg ins Paradies, ganz ohne Labyrinth und verborgene Türen gesichert. Wir drei sichern uns dafür das Bild dieser goldenen Laternen, was fast so gut ist, wie ein Blick ins Paradies.

Doch der Superlative nicht genug. Nicht zu glauben, was sich hinter dieser Fassade verbirgt.

Der grösste sitzende Buddha Japans, 15 Meter hoch, im höchsten Tempel von Nara, der sinnierend auf uns arme Sünder herunterblickt. Und weil er doch sehr einschüchternd wirkt, gehen wir im angrenzenden Park mit diesen sehr gierigen und keineswegs scheuen Wesen wie Du und ich auf Augenhöhe.

Denn es geht mit etwas sehr Ernsthaftem, sehr Historischen weiter.

Ein Kommentar zu „Kyoto – ehemalige Kaiserstadt“

  1. C‘est tout simplement grandiose sur toute la ligne!
    Il me semble que j‘ai vraiment raté qqch sur cette terre 😰. Ma fois c‘est trop tard… heureusement que nous aurons l‘occasion de voir encore d‘innombrables photos et d‘entendre tes commentaires life très bientôt! Je me réjouis énormément 😋. A bientôt 🧘‍♀️🛬💕

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