Stadt der Gegensätze
Der Meenzer meinte:“Du hättest mehr von der U-Bahn schreiben sollen.“
Findet die Bebbin auch. Doch wie sollen wir von den riesigen Hallen berichten, von denen ein Labyrinth von Gängen abgeht oder von den Menschenmassen, die uns gegen unseren Willen zur Platform 5 statt 6 geschoben hätten, wenn wir nicht eisern eng beieinander geblieben wären? Die Pariser U-Bahn ist ein Klecks dagegen, jene in Brüssel eine Wellnessoase. Täglich gehen Millionen von Menschen dort ein und aus. Und davon gibt es in Tokio ein paar. Knapp 9.5 Millionen um genau zu sein. Und leider können wir euch aus Datenschutzgründen keine bildlichen Nachweise dieses echten Dichtestresses liefern.
Wir sind also sehr froh, dass wir am nächsten Tag mal Tokios höher gelegene Sphären erleben und von oben auf das Getümmel herabblicken dürfen. Dazu gibt es nur eins: Rauf aufs Dach. Egal ob ein Kaufhaus…


… oder einer der berühmtesten Aussichtstürme Tokios, das City View. Hauptsache, hoch hinauf. Und wenn man so um sich schaut und diese spielzeuggrossen 20-stöckigen Wolkenkratzerchen sieht, dann wird einem klar, dass noch ganz viel Luft nach oben ist. Vielleicht auch bei uns Zuhause?

Wir steigen von diesen schwindelerregenden Höhen wieder hinunter und stürzen uns wieder ins Getümmel. Diesmal sind es ein Shinto-Schrein und ein buddhistischer Tempel, die harmonisch nebeneinander stehen, wie man das bei uns kaum bei einer protestantischen und einer katholischen Kirche finden würde. Den Unterschied zwischen Schrein und Tempel erkennt man schnell. Letzterer glänzt – aussen wie innen. Aber ehrlich gesagt sind ihr die Schreine eine Spur eleganter.


Und abends gibt es noch ein bisschen U-Bahn-Training und ein letztes Mal Tokio by night. Der Time Square Tokios ist ein Must. Die Bebbin könnte locker auf die hunderte Leuchtreklamen, neuerdings auch in 3D, verzichten. Aber dort befindet sich – nach Lassie – der berühmteste Hund der Welt: Hachiko. Das ist jener Hund, der sein Leben lang Tag für Tag an einem Bahnhof Tokios auf einen Professor wartete, der jeden Tag dort den Zug nahm. Nach dem Tod des Professoren harrte er weiter dort aus. Die Bevölkerung hatte Mitleid mit ihm und fütterte ihn bis zu seinem Tod durch. Wo auf der Welt findet man eine solche Loyalität?
Und demnächst geht es weiter mit der Begegnung mit einer echten Geisha…

